The Sivan Perwer International Cultural Foundation

„Assimilation ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“

Bonn, 15.10.2008
 
 Die demokratischen Gesellschaften sollen den türkischen Doppelstandard nicht übersehen und sich endlich gegen die Assimilation der kurdischen Kultur einsetzen.
 
  Die 60. Frankfurter Buchmesse beginnt heute mit über 2.700 Kultur-Veranstaltungen mit dem Gastland Türkei, während die Kultur der Kurden und anderer ethnischer Minderheiten in der Türkei immer noch nicht frei ist. Die kurdische Internationale Kulturstiftung Sivan Perwer mit Sitz in Bonn kritisiert den Doppelstandard der türkischen Staatspolitik bezüglich Toleranz und Freiheit der vielfältigen Kulturen in der Türkei. Kritische Literaten, Künstler und Intellektuellen, die sich gegen die nationalistische Assimilationspolitik äußern, werden per Gesetz verfolgt und es herrscht keine Meinungsfreiheit. Der amtierende türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan will sich gegen die Assimilation der türkischen Minderheit in Deutschland einsetzen, während er in seinem Land die legitimen kulturellen Forderungen der Kurden ignoriert und keine ernsthaften Änderungen anstrebt, um der Vielfalt der Kulturen in seinem Land gerecht zu werden.

  Der Vorsitzende der Internationalen kurdischen Kulturstiftung und der kurdische Kulturbotschafter im Exil, Sivan Perwer erklärt bezüglich dieser kulturellen Vielfalt in Frankfurt am Main: “Der türkische Staat verhindert systematisch die Entwicklung der kurdischen Kultur. Die Assimilationspolitik der Türkei gegenüber den Kurden und anderer ethnischer Minderheiten dauert systematisch mit brutalen Methoden seit der Gründung der türkischen Republik an. Zum Beispiel ist das Erlernen der kurdischen Sprache für kurdische Kinder immer noch verboten und kritische kurdische Schriftsteller aus der Türkei werden immer noch gezwungen, im Exil zu leben. Kurdische Zeitungen werden ständig verboten, Verleger verfolgt. Es darf nicht sein, dass eine demokratische Gesellschaft diese Tatsachen ignoriert. Wie der türkische Ministerpräsident Erdogan in Köln betonte, ist Assimilation ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und man soll sie nirgendwo dulden.”

 Wir appelieren an die Weltgemeinschaft, sich mit der türkischen Assimilationspolitik kritisch auseinanderzusetzen. Die wichtige kulturelle Begegnung in Frankfurt am Main mit dem Schwerpunkt Türkei soll als ein Anlass genommen werden, die Türkei zu ermutigen, endlich ihre kulturelle Vielfalt anzuerkennen und diese in der Praxis umzusetzen.

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